Das Eisverkäufer-Problem


Ja, wir hatten sicherlich alle schonmal Probleme mit Eisverkäufern am Strand. Erst rufen sie dauernd "bien helado" und dann können sie unseren Fuffi nicht wechseln.

Jetzt müssen sie auch noch herhalten für die Beschreibung eines interessanten Effektes.

Also, wir haben einen Strand der Länge s. Hm. Na gut, sagen wir, der Länge 1km. Begrenzt an beiden Seiten durch, äh, Felsen oder was. Ist auch egal.

An diesem Strand stehen zwei Eisverkäufer A und B, Anton und Bert. Sie verkaufen das gleiche Eis zu gleichen Preisen. Wo sollen sie sich hinstellen, damit alle den gleichen Vorteil haben, also A und B und natürlich auch die Leute, die das Eis kaufen wollen?

Na, klar. Am besten stehen sie 250m von den Felsen entfernt, einer links, einer rechts:

Das ist der Strand, ok?

So hat jeder eine Strandlinie von 500m, von dem die Leute zu ihm kommen und Eis kaufen wollen. Jeder Konsument muss maximal 125m gehen, im besten Fall 0, maximal 250m.

Nun A und B sind aber total misstrauisch. Und selbstsüchtig. A zum Beispiel denkt sich: Wenn ich noch etwas mehr zur Mitte des Strandes gehe, dann klaue ich B noch ein paar Kunden. Und er marschiert los. B denkt dasselbe und marschiert auch in Richtung Mitte. Irgendwann treffen sie sich in X. Beide haben nun immer noch 500m Strand-"Nutzfläche", also keinerlei Vorteile errungen. Aber die Käufer müssen jetzt im Schnitt doppelt soweit laufen, 250m (0 bis 500m).

Die Konsumenten können überhaupt nichts dafür, müssen aber dafür leiden, dass A und B so bescheuert sind.