"Too much" - Erste Hilfe bei einer Überdosis


Einfach weggucken gilt nicht !

Gründe für eine Überdosierung:

Eine erste Hilfe bei offensichtlicher Überdosierung sollte sich immer nach den Symptomen richten. Die Frage, was wurde genommen, ist in diesem Moment unwichtig. Durch die ,Ursachenforschung' kann wertvolle Zeit verloren gehen. Da die meisten Drogengebraucher selten nur eine Substanz zu sich genommen haben, sind die Gründe für eine Überdosierung meist nicht genau nachvollziehbar.

Beim Auffinden einer hilflosen Person:

Person ist bei Bewußtsein:

Person ist ohne Bewußtsein:

Atmung ausreichend?

Atmung nun ausreichend?

Etwas über Atmung:

Vorbereitung einer Beatmung:

Mund-zu-Nase-Beatmung:

Kopf überstrecken (mit einer Hand die Stirn so weit wie möglich nach hinten drücken, während das Kinn mit der anderen hochgezogen wird und der Daumen den Mund verschließt).

Tief einatmen und anschließend die Nase des Hilfsbedürftigen mit dem Mund umschließen. Die eigene Atemluft langsam einblasen.

  • Schauen, ob sich der Brustkorb dabei hebt und senkt.
  • Noch zweimal wiederholen und prüfen, ob eine Eigenatmung stattfindet. Wenn nein, Beatmung fortsetzen.

Mund-zu-Mund-Beatmung:

Ist eine Beatmung durch die Nase nicht möglich, muß die Atemluft durch den Mund eingeblasen werden. Dieses erfolgt wie bei der Mund-zu-Nase-Beatmung, nur daß die Nase des Bewußtlosen zugehalten werden muß.

Herzstillstand:

Plötzliche Bewußtlosigkeit, fehlende Herztöne, blasse Haut, kein Puls an beiden Halsschlagadern und Atemstillstand nach vorherigem ,,Nach-Luft-Ringen" sind Zeichen für einen Herzstillstand. Immer den NOTARZT rufen. Als Erste Hilfe, bis der Notarzt kommt, sollte man eine Herzmassage durchführen.

Herzmassage:

Person auf einen festen Untergrund auf den Rücken legen und Oberkörper entkleiden.
Aufsuchen der Druckstelle am Rippenbogen. Bis zum Unterende des Brustbeinknochens entlang fahren.
Überkreuzte Hände im unteren linken Drittel des Brustbeins auflegen.
Überkreuzte Hände im unteren linken Drittel des Brustbeins auflegen.
Senkrecht über der bewußtlosen Person deren Brustkorb kurz und kräftig ca. 4 cm in Richtung Wirbelsäule eindrücken und anschließend Brustkorb sofort entlasten.
Diesen Vorgang 60 bis 80 mal in der Minute wiederholen.

Herz- und Atemstillstand:

Sofort den NOTARZT rufen!
Nach Möghchkeit Beatrnung und Herzmassage im Wechsel zu zweit durchführen. Wenn man alleine ist, abwechselnd. Eine Wiederbelebung beginnt immer zuerst mit der Atemspende (3-5 Beatmungen durchführen>. Ist man alleine, wechseln sich 15 Herzmassagen mit zwei Atemspenden ab. Bei zwei Hilfspersonen folgen nach fünf Herzmassagen zwei Beatmungen. Die Atemspenden müssen bis zum Eintreffen des Notarztes fortgeführt werden.
Nach erfolgreicher Wiederbelebung sollte die Person für einige Zeit unter ärztlicher Aufsicht stehen, da Herz- und/oder Atemstillstand erneut auftreten kann.

Bewußtlosigkeit:

Als erstes die Atmung und Puls überprüfen. Sind beide regelmäßig, die Person in eine stabile Seitenlage bringen, da bei dieser Lage Atemwege frei bleiben (Nicht selten ersticken bewußtlose Personen durch das Einatmen von Erbrochenem. Durch die Schräglage des Kopfes kann Erbrochenes abfließen.)



Literatur: Heutlass, Stöver, Winkler: Risiko mindern beim Drogen gebrauch, Fachhochschulverlag Ffm., Frankfurt 1997